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Fucking let it be – oder: es gibt keine Wahrheit!

Bei Laufen stellt sich bei mir immer ein angenehmer Gedankenfluss ein. Ich denke dabei einfach über die Welt und das Leben an sich nach, verarbeite Eindrücke.

Aktuell bekomme ich wahnsinnig viel Input. Da ich für meine Jobs auch auf Facebook unterwegs bin, lasse ich mich natürlich gerne von dem ein oder anderen Post ablenken. Am Ende des Tages ist das eine beachtliche Informationsflut. Auffällig dabei ist und bleibt: jeder möchte Recht behalten – und das nervt so unglaublich.

Es nervt einfach!

Natürlich hat jeder das Recht auf freie Meinungsäußerung und viele Berichte oder Kommentare sind gut recherchiert, fundiert, lehrreich und spannend. Dennoch drehen sie sich meistens nur um eine Seite und lassen glauben, dass die andere Seite der Medaille nicht existiert oder eben „schlecht“ ist.

Beispiel Pokémon. Ein Phänomen, das mich ehrlich gesagt überhaupt nicht interessiert. Bis ich auf den Post einer Mutter gestoßen bin, deren Tränen man zwischen den Zeilen erkennen konnte: sie war unendlich glücklich darüber, dass dieses Spiel ihr autistisches Kind dazu bewegt hatte, mit anderen Menschen auf der Straße zu interagieren, ihnen sogar in die Augen zu sehen.

Von allen anderen Seiten hört man bezüglich dieses Spiels eher Äußerungen in Richtung „es geht echt abwärts mit der Menschheit“

Affirmationen sind BlaBla

Immer wieder stoße ich auch auf Kritik an Affirmationen und Visionsarbeit. Mit Affirmationen mache man sich etwas vor, denn wenn sich das Unterbewusstsein sperrt, kann man sein Bewusstsein noch so sehr füttern und es bringt nichts. Sagen auch die Psychologen und ist einfach schlüssig!

Und was soll dieser Unsinn, sich selbst in reich vor dem Traumhaus vorzustellen – ist doch total oberflächlich, man muss sich eine klare Strategie zulegen!

Was ist aber mit dem Punkt, dass man durch Affirmationen erstmal erkennen darf, was man zB. noch für total absurd hält und was man tatsächlich doch aus ihnen ziehen kann – und wenn wir sie einfach nur als Anreiz sehen, uns weiterzuentwickeln. Nicht jeder Schritt muss doch gleich den Anspruch haben, die Lösung zu sein oder?

Träume sind Schäume?

Ja, SELBSTVERSTÄNDLICH ist es nicht Sinn der Sache, einen Wunsch ans Universum zu äußern und sich dann in den Liegestuhl zu legen. Natürlich darf man in Bewegung kommen. Nur ist der Sinn der Visionsarbeit zunächst einfach mal nur Klarheit zu gewinnen. Was möchte ich denn überhaupt?

Kleines Beispiel: ich wurde vor über einem Jahr von einer Kollegin dazu angehalten, mal deutlich auszuformulieren, was ich beruflich möchte. Nur die Ziele. Gesagt getan. Kein Masterplan, keine Strategien, wie ich da hinkomme. Intuitiv bin ich kurz darauf zu einem Event gefahren, habe mich an den „richtigen“ Tisch gesetzt und ein paar Wochen später genau den Job, den ich wollte.

So kann es auch gehen und ich bin überzeugt davon, dass wir viel erreichen können, wenn wir unserer Intuition folgen. Und das bedeutet im seltensten Falle, auf der Couch sitzenzubleiben!

Last but not least

So und jetzt noch eines meiner aktuellen Lieblingsthemen: spirituell oder nicht und wenn ja wie sehr?

Die derzeit aktuellen Geschehnisse auf der Welt möchte ich gar nicht großartig ausführen. Wie bereits in meinem letzten Artikel beschrieben, gibt es verschiedene Meinungsgruppen. Hater, intellektuelle und spirituelle. Jede Partei kritisiert die andere.

Die „Radikalen“ schimpfen auf die „Esos“, weil diese so naiv seien und alles mit Licht und Liebe lösen wollen. Sie kämpfen, kritisieren, schreien auf und ändern auch nur bedingt etwas. Klar, Informationen sind wichtig dafür, ein Bewusstsein für das zu haben, was gerade passiert. Und der Nebeneffekt der Informationsverbreitung: Angst und Hass.

Die „Esos“ wiederum kritisieren, dass die anderen immer nur kämpfen und sich gegen das aussprechen, was so in der Welt passiert anstatt es als Spiegel unserer Gesellschaften als solchen hinzunehmen und dann mit Liebe und Akzeptanz lösungsorientiert zu handeln.

Wie man sieht, lassen beide Ansätze zu wünschen übrig. Und genau darauf möchte ich mit dem Artikel auch hinaus:

Warum können wir Menschen eigentlich immer noch nicht akzeptieren, dass es keine Wahrheit gibt?!

  • Es gibt den freundlichen Asylbewerber von Nebenan, der mithilft, Deutsch lernt, sich integriert
  • Es gibt das „Arschloch“, der sich nicht auf Neues einlässt und meint, sein Weltbild in einer fremden Kultur durchdrücken zu müssen
  • Es gibt erfolgreiche spirituelle Menschen, die großartige Dienste an der Menschheit leisten
  • Es gibt auch den kiffenden weltfremden Ex-Hippie, der nur Theorien von sich gibt und vermutlich von Hartz 4 lebt
  • Es gibt geniale Mediziner und Wissenschaftler, die aus dem Antrieb handeln, den Menschen zu dienen und zu heilen
  • Es gibt Mediziner, die nicht über den Tellerrand schauen und vielen Menschen eher schaden, als sie zu heilen
  • Auf unserer Erde hat sich schon viel verändert, weil Menschen auf die Straße gegangen sind und demonstriert haben – GEGEN etwas.
  • Genau auf diesen Veranstaltungen ist auch viel Blut geflossen und viel Hass hochgebrodelt – wir meinen immer noch, dass wir mit Gewalt und Getöse mehr erreichen.

Also, wer ist jetzt scheiße? Was ist falsch, was richtig? Ich glaube, ich habe meinen Punkt deutlich gemacht.

Akzeptanz statt Hass – könnten wir das?

Egal, um welche Einstellung, Bevölkerungsgruppe oder welches Nintendo-Spiel es geht – wir dürfen lernen, dass vermeintlich schlechte Dinge anderen durchaus dienlich sein können oder Personen einfach nur aus ihrer besten Option heraus handeln. Ja, das ist nicht schön für uns und ja, es ist eine Herausforderung, eine solche Sicht zu akzeptieren.

Ich bin jedoch überzeugt davon, dass uns Akzeptanz viel weiter bringen kann, als Hass. Akzeptanz verbindet, Hass trennt. Wären wir, ich nenne es jetzt einfach mal „verbundener“, könnten wir auch gestärkt an Lösungen arbeiten.

Ultimativ und utopisch gedacht:

Wären wir alle miteinander verbunden (sind wir ja aus spiritueller Sicht) – so, dass wir es alle wahrnehmen könnten, würden wir uns auch besser akzeptieren und sicher nicht mehr gegenseitig niedermetzeln.

Ich glaube aber, dass ist zu groß gedacht. Für die meisten von uns ist es schon schwer, Dinge an uns selbst zu akzeptieren. Und leider funktionieren wir so, dass wir uns dann lieber auf den Mist und die Unzulänglichkeiten der anderen konzentrieren.

Ich finde z.B. die Muttis scheiße, die über ihren Kinderwägen rauchen und ihre Kinder Jeremy und Shalia nennen. Das wäre für mich auch ein ganz schöner Weg zur Akzeptanz, ganz zu schweigen Liebe.

Kein Lösungsansatz von meiner Seite, außer vielleicht der alte Spruch, mal vor seiner eigenen Haustüre zu kehren. Was diese Aussage den Menschen bringen soll, die aktuell blind vor Hass oder zerfressen vor Trauer sind… aber wie heißt es so schön: Einer darf mal anfangen.

 

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Strategie Nächstenliebe

Ich habe Angst, zu polarisieren. Was das genau bedeutet? Ich traue mich nicht und ich möchte auch nicht klar zu sensiblen Themen Stellung nehmen. Einerseits, weil ich nicht das Gefühl habe, genug Informationen zu besitzen, andererseits, weil ich nicht von der Existenz der einen Wahrheit überzeugt bin.

Im NLP spricht man davon, dass die Landkarte nicht das Gebiet sei. Vereinfacht: jeder hat seine eigenen Erfahrungen aus denen seine jeweilige Weltanschauung entstanden ist. Was dann wiederum bedeutet, dass es kein richtig oder falsch gibt.

Ein Ansatz, der in der Theorie ganz „nett“ ist, in der Praxis vermutlich von den wenigsten gelebt werden kann oder möchte. In dem Moment, wo etwas Schlimmes passiert, ist es einfach falsch für uns.

Doch richtig oder falsch ist heute nicht mein Thema

Seit Wochen verfolge ich Facebook Posts zum Thema Asyl, Terror, Krieg und wie die Menschen darauf reagieren. Man könnte sie grob in drei Gruppen aufteilen:

  1. Die „Esos“ mit ihrem Leitspruch, dass man Dunkelheit nur mit Licht bekämpfen kann. Hass nur mit Liebe. Ein Appell an die Nächstenliebe sozusagen.
  2. Die Hater, die über die Politik, Korruption und im schlimmsten Fall die Einwanderer schimpfen und möchten, dass die da oben gefälligst alles ändern.
  3. Die Intellektuellen, die sich einerseits um Klarheit bemühen und diesbezüglich ihre Meinung kundtun und sich teilweise auch über die beiden anderen Gruppen mokieren. Erstere seien zu naiv und letztere ungebildet oder gleich „braunes Gesocks“.

Wo ich stehe? Nirgends ganz deutlich. Ja, ich halte es mit der Band die Ärzte, die schon vor vielen Jahren sangen „Gewalt erzeugt Gegengewalt, hast du das noch nicht kapiert??“ und ja, ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass wir nicht einfach dasitzen und Liebe ausstrahlen sollen, während die Welt scheinbar um uns versinkt. Dramatisch gesprochen.

Nur habe ich mich mit dieser Meinung nie an die Öffentlichkeit getraut, weil ich in keine der Gruppen richtig hineinpasse. Ich gestehe, dass ich einfach keine Ahnung von Politik und Wirtschaft habe und mich einfach nur lächerlich machen würde, wenn ich versuchte, auf intellektueller Ebene zu sprechen.

Gleichzeitig bin ich nicht „eso“ genug, um mich klar für die Nächstenliebe als Lösung aller Probleme auszusprechen. Wobei ich doch eher in diese Richtung tendiere.

Es macht mich fertig, dass die Menschen sich jetzt zum Thema Krieg gegenseitig bekriegen, anstatt sich irgendwo in der Mitte zu treffen. Was spricht dagegen, Politik mit Nächstenliebe zu betreiben? Was spricht dagegen, einfach mal freundlich zu den Mitmenschen zu sein? Ok, ein Statement wage ich.

Ich bin tief überzeugt davon, dass mir der Mensch, dem ich zuvorkommend begegne, nicht im Gegenzug ein Messer in den Rücken rammt.

Warum ich so denke? Weil ich in meiner Welt nichts anderes erlebe. Man könnte es als Schwingung oder Mindset bezeichnen. Ich habe eine Erwartung an mein Umfeld, oder einen bestimmten Glauben darüber und mein Umfeld tut mir den Gefallen und handelt entsprechend.

Zu einfach?

Ich bin sicherlich nicht die einzige, der es gerade so geht. Ich kenne unglaublich viele Menschen, die mit der gleichen Einstellung leben und Freude an ihrem Dasein haben. Das hat nichts mit Wegschauen zu tun.

In meiner Welt gibt es unschönes, wie Gewalt und Tod. Der Unterschied ist nur, dass ich meinen Fokus nicht darauf richte.

Was hätte ich davon, das zu tun? Mal ehrlich, ich kann jetzt mit den Menschen mitleiden, mitschimpfen, alles schrecklich oder ungerecht finden – und dann? Dann handle ich im nächsten Zug aus Unzufriedenheit, Frust und sogar Hass und spiele das Spiel mit.

Die stärksten Helfer sind die, die selber optimistisch und stark sind Klick um zu Tweeten

Heute hatte ich ein Telefonat mit meiner Freundin Sonja. Sie hat es gewagt, ein Video von sich ins Internet zu stellen, in dem sie klar Stellung bezieht. Sie gibt den Viewern ein ungefiltertes Bild von ihrem Denken und ja, das hat polarisiert. Sie hat innerhalb weniger Stunden zig tausend „Lover“ und „Hater“ angezogen.

Was hat Sonja dazu bewogen das zu tun? Richtig, durch klare Stellungnahme hat sie sich gezeigt und kann sich nun mit denjenigen zusammentun, die mit ihrer Meinung in Resonanz gehen. In dem Moment war mir klar, dass ich einfach (noch) zu zart besaitet bin, um mit Hatern umzugehen.

Und doch gibt es eine Frage, die in mir brennt und die ich mich traue, zu äußern:

Was spricht dagegen, mit kleinen Schritten anzufangen?

Ich führe das mal aus: früher war ich der Meinung, dass ich als Einzelperson sowieso nicht viel ausrichten kann. Zudem hat mich der Gedanke gequält, dass es so vielen Menschen auf der Welt schlecht geht, während ich mich mit meinen Luxusproblemen auseinandersetze. Wem hat das gedient? Richtig, niemandem!

Eine Coach-Kollegin meinte damals zu mir: „Deine Einstellung ist nicht dienlich. Verändere dich und somit dein näheres Umfeld. Diene den Menschen, die dir nahe sind und es wird Kreise ziehen“.

Natürlich bin mir bewusst, dass ich so nicht für den Weltfrieden sorgen werde. Wenn man jetzt mal überlegt, dass viele 1000 Menschen so handeln, kommen wir der Sache doch etwas näher, oder? Nicht dem Weltfrieden, aber zumindest einem weitreichendem friedlichen Zusammenleben.

Experiment Nächstenliebe

Ist dir schon einmal aufgefallen, was passiert, wenn du jemandem die Tür aufhälst? Im Normalfall (es gibt ja Menschen, die gelegentlich etwas abwesend durch die Welt laufen) fühlen sie sich beachtet. Im nächsten Schritt halten sie vielleicht die Tür für den Menschen hinter ihnen auf.

Wenn ich mich nicht täusche, gibt es zu diesem Verhalten einige Experimente. Eines kann ich sogar wiedergeben: Probanten sollten einer Testperson Chillie servieren und das entsprechend scharf würzen. Zuvor musste die Testperson den Probanten schubsen oder blöd anreden. Die Probanten wussten natürlich nicht, dass das zum Spiel gehörte.

Sie sahen sich kurze Zeit später dieser unhöflichen Person gegenüber und, oh Wunder, griffen zur scharfen bis super-scharfen Soße. Im Folgetest schenkten die Wissenschaftler, die den Test durchführten, den Probanten viel Aufmerksamkeit, waren freundlich und zuvorkommend. Das Resultat: diese verziehen den Testpersonen und waren sprichwörtlich milde gestimmt, denn sie griffen zur milderen Soße.

Für mich heißt das ganz klar: behandle dein Gegenüber mit Respekt und du wirst ihn selbst ernten. Oder eben gewaltig Feuer unterm Arsch 🙂

Zum Abschluss noch ein Zitat, das mich gestern sehr angesprochen hat:

The Dalai Lama responds to the Paris attacks

Violence is a reaction by short-sighted, out-of-control people. At 81, I believe it cannot be resolved through prayers or government help. We have to begin the change at individual level and then move on to neighbourhood and society.

 

 

 

Healthy living concept: choosing between doughnut symbolizing unhealthy food and green apple symbolizing healthy food

Coaching oder Psychotherapie?

Darüber schreibe ich in meinem neuesten Artikel auf The-Coach.Net

Das Thema Essstörungen und deren Behandlung geht mir Nahe und liegt mir sehr am Herzen. Meine persönlichen Erfahrungen und meine Sicht zu den Dingen, die möglich sind, könnt ihr in diesem Blogartikel nachlesen.

Ich freue mich sehr über Kommentare und wenn der Artikel geteilt wird und diejenigen erreicht, die davon profitieren können.

Liebe Grüße

Cathrina