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Strategie Nächstenliebe

Ich habe Angst, zu polarisieren. Was das genau bedeutet? Ich traue mich nicht und ich möchte auch nicht klar zu sensiblen Themen Stellung nehmen. Einerseits, weil ich nicht das Gefühl habe, genug Informationen zu besitzen, andererseits, weil ich nicht von der Existenz der einen Wahrheit überzeugt bin.

Im NLP spricht man davon, dass die Landkarte nicht das Gebiet sei. Vereinfacht: jeder hat seine eigenen Erfahrungen aus denen seine jeweilige Weltanschauung entstanden ist. Was dann wiederum bedeutet, dass es kein richtig oder falsch gibt.

Ein Ansatz, der in der Theorie ganz „nett“ ist, in der Praxis vermutlich von den wenigsten gelebt werden kann oder möchte. In dem Moment, wo etwas Schlimmes passiert, ist es einfach falsch für uns.

Doch richtig oder falsch ist heute nicht mein Thema

Seit Wochen verfolge ich Facebook Posts zum Thema Asyl, Terror, Krieg und wie die Menschen darauf reagieren. Man könnte sie grob in drei Gruppen aufteilen:

  1. Die „Esos“ mit ihrem Leitspruch, dass man Dunkelheit nur mit Licht bekämpfen kann. Hass nur mit Liebe. Ein Appell an die Nächstenliebe sozusagen.
  2. Die Hater, die über die Politik, Korruption und im schlimmsten Fall die Einwanderer schimpfen und möchten, dass die da oben gefälligst alles ändern.
  3. Die Intellektuellen, die sich einerseits um Klarheit bemühen und diesbezüglich ihre Meinung kundtun und sich teilweise auch über die beiden anderen Gruppen mokieren. Erstere seien zu naiv und letztere ungebildet oder gleich „braunes Gesocks“.

Wo ich stehe? Nirgends ganz deutlich. Ja, ich halte es mit der Band die Ärzte, die schon vor vielen Jahren sangen „Gewalt erzeugt Gegengewalt, hast du das noch nicht kapiert??“ und ja, ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass wir nicht einfach dasitzen und Liebe ausstrahlen sollen, während die Welt scheinbar um uns versinkt. Dramatisch gesprochen.

Nur habe ich mich mit dieser Meinung nie an die Öffentlichkeit getraut, weil ich in keine der Gruppen richtig hineinpasse. Ich gestehe, dass ich einfach keine Ahnung von Politik und Wirtschaft habe und mich einfach nur lächerlich machen würde, wenn ich versuchte, auf intellektueller Ebene zu sprechen.

Gleichzeitig bin ich nicht „eso“ genug, um mich klar für die Nächstenliebe als Lösung aller Probleme auszusprechen. Wobei ich doch eher in diese Richtung tendiere.

Es macht mich fertig, dass die Menschen sich jetzt zum Thema Krieg gegenseitig bekriegen, anstatt sich irgendwo in der Mitte zu treffen. Was spricht dagegen, Politik mit Nächstenliebe zu betreiben? Was spricht dagegen, einfach mal freundlich zu den Mitmenschen zu sein? Ok, ein Statement wage ich.

Ich bin tief überzeugt davon, dass mir der Mensch, dem ich zuvorkommend begegne, nicht im Gegenzug ein Messer in den Rücken rammt.

Warum ich so denke? Weil ich in meiner Welt nichts anderes erlebe. Man könnte es als Schwingung oder Mindset bezeichnen. Ich habe eine Erwartung an mein Umfeld, oder einen bestimmten Glauben darüber und mein Umfeld tut mir den Gefallen und handelt entsprechend.

Zu einfach?

Ich bin sicherlich nicht die einzige, der es gerade so geht. Ich kenne unglaublich viele Menschen, die mit der gleichen Einstellung leben und Freude an ihrem Dasein haben. Das hat nichts mit Wegschauen zu tun.

In meiner Welt gibt es unschönes, wie Gewalt und Tod. Der Unterschied ist nur, dass ich meinen Fokus nicht darauf richte.

Was hätte ich davon, das zu tun? Mal ehrlich, ich kann jetzt mit den Menschen mitleiden, mitschimpfen, alles schrecklich oder ungerecht finden – und dann? Dann handle ich im nächsten Zug aus Unzufriedenheit, Frust und sogar Hass und spiele das Spiel mit.

Die stärksten Helfer sind die, die selber optimistisch und stark sind Klick um zu Tweeten

Heute hatte ich ein Telefonat mit meiner Freundin Sonja. Sie hat es gewagt, ein Video von sich ins Internet zu stellen, in dem sie klar Stellung bezieht. Sie gibt den Viewern ein ungefiltertes Bild von ihrem Denken und ja, das hat polarisiert. Sie hat innerhalb weniger Stunden zig tausend „Lover“ und „Hater“ angezogen.

Was hat Sonja dazu bewogen das zu tun? Richtig, durch klare Stellungnahme hat sie sich gezeigt und kann sich nun mit denjenigen zusammentun, die mit ihrer Meinung in Resonanz gehen. In dem Moment war mir klar, dass ich einfach (noch) zu zart besaitet bin, um mit Hatern umzugehen.

Und doch gibt es eine Frage, die in mir brennt und die ich mich traue, zu äußern:

Was spricht dagegen, mit kleinen Schritten anzufangen?

Ich führe das mal aus: früher war ich der Meinung, dass ich als Einzelperson sowieso nicht viel ausrichten kann. Zudem hat mich der Gedanke gequält, dass es so vielen Menschen auf der Welt schlecht geht, während ich mich mit meinen Luxusproblemen auseinandersetze. Wem hat das gedient? Richtig, niemandem!

Eine Coach-Kollegin meinte damals zu mir: „Deine Einstellung ist nicht dienlich. Verändere dich und somit dein näheres Umfeld. Diene den Menschen, die dir nahe sind und es wird Kreise ziehen“.

Natürlich bin mir bewusst, dass ich so nicht für den Weltfrieden sorgen werde. Wenn man jetzt mal überlegt, dass viele 1000 Menschen so handeln, kommen wir der Sache doch etwas näher, oder? Nicht dem Weltfrieden, aber zumindest einem weitreichendem friedlichen Zusammenleben.

Experiment Nächstenliebe

Ist dir schon einmal aufgefallen, was passiert, wenn du jemandem die Tür aufhälst? Im Normalfall (es gibt ja Menschen, die gelegentlich etwas abwesend durch die Welt laufen) fühlen sie sich beachtet. Im nächsten Schritt halten sie vielleicht die Tür für den Menschen hinter ihnen auf.

Wenn ich mich nicht täusche, gibt es zu diesem Verhalten einige Experimente. Eines kann ich sogar wiedergeben: Probanten sollten einer Testperson Chillie servieren und das entsprechend scharf würzen. Zuvor musste die Testperson den Probanten schubsen oder blöd anreden. Die Probanten wussten natürlich nicht, dass das zum Spiel gehörte.

Sie sahen sich kurze Zeit später dieser unhöflichen Person gegenüber und, oh Wunder, griffen zur scharfen bis super-scharfen Soße. Im Folgetest schenkten die Wissenschaftler, die den Test durchführten, den Probanten viel Aufmerksamkeit, waren freundlich und zuvorkommend. Das Resultat: diese verziehen den Testpersonen und waren sprichwörtlich milde gestimmt, denn sie griffen zur milderen Soße.

Für mich heißt das ganz klar: behandle dein Gegenüber mit Respekt und du wirst ihn selbst ernten. Oder eben gewaltig Feuer unterm Arsch :)

Zum Abschluss noch ein Zitat, das mich gestern sehr angesprochen hat:

The Dalai Lama responds to the Paris attacks

Violence is a reaction by short-sighted, out-of-control people. At 81, I believe it cannot be resolved through prayers or government help. We have to begin the change at individual level and then move on to neighbourhood and society.

 

 

 

Healthy living concept: choosing between doughnut symbolizing unhealthy food and green apple symbolizing healthy food

Coaching oder Psychotherapie?

Darüber schreibe ich in meinem neuesten Artikel auf The-Coach.Net

Das Thema Essstörungen und deren Behandlung geht mir Nahe und liegt mir sehr am Herzen. Meine persönlichen Erfahrungen und meine Sicht zu den Dingen, die möglich sind, könnt ihr in diesem Blogartikel nachlesen.

Ich freue mich sehr über Kommentare und wenn der Artikel geteilt wird und diejenigen erreicht, die davon profitieren können.

Liebe Grüße

Cathrina

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Selbstliebe Light

Fantastisch. Unglaublich eigentlich, dass  tatsächlich gerade ICH beginne, mit offenem Herzen einen Beitrag über Selbstliebe zu schreiben.

Ich freue mich, dass dieser Artikel auch bei der Blogparade „Stark durch Selbstliebe“ vertreten ist!

Wenn ich bedenke, wie sehr ich dieses Wort gehasst habe. Meine Standardantwort für jeden, der mich mit diesem Thema belästig hat, war: „ich verstehe das Konzept, aber ich habe keine Ahnung, was es sein soll“.

Und damit war es für mich vorerst mal wieder abgehakt.

Ich möchte diesen Artikel all denjenigen widmen, denen es ähnlich ging oder geht

Die genervt oder verwirrt sind und nach etwas suchen, von dem sie gar nicht wirklich wissen, was es sein soll.

Wie gewohnt, möchte ich einen HabEsleicht Ansatz anbieten: Wenn du denkst, nicht wirklich zu wissen, was Selbstliebe ist – erkennst du denn mangelnde Selbstliebe bei anderen? Da bin ich mir fast sicher. Was sagst du zu:

  • dem Angestellten, die sich in der Arbeit Pausen versagt
  • dem Partner, der sich eigentlich Kinder wünscht, aber sich stattdessen auf seine Karriere und die materiellen körperlichen Freuden des Lebens konzentriert
  • der Frau, die sich minderwertig fühlt, weil ihr Partner mehr Geld hat als sie
  • dem Mann, der sich seit seiner letzten gescheiterten Beziehung zu Hause verzieht, während sein Körperumfang unauffhörlich wächst
  • der Frau, die ihr ganzes Geld in Kleidung und Schuhe steckt, um sich wertvoller zu fühlen
  • der Frau, die ständig davon ausgeht, dass etwas nicht funktionieren wird, sich nicht freuen kann, aus Überzeugung, dass danach eine Form der Strafe folgt
  • der Frau, die für ihren neuen Job bis an ihre körperlichen Grenzen und darüber hinaus geht, weil es ja eine „sichere“ Postition ist
  • der Frau, die versucht ihren flatterhaften Partner mit Sex an sich zu binden
  • Partnern, die wegen der Kinder zusammenbleiben und unglücklich sind?

Die Liste der Szenarien ist lang und ich denke, das reicht für den Anfang. Das könnten Menschen in meinem oder deinem Umfeld sein. Die fallen nicht auf – schließlich erlebt ja jeder diese „Aufs und Abs“ im Leben.

In anderen Worten: wir finden es normal, uns gelegentlich oder über längere Zeiträume nicht gut zu fühlen, Stress mit anderen zu haben, im Job oder im Alltag zu kämpfen. So ist das Leben.

Ich habe mich irgendwann gefragt:

Wer sagt denn, dass das alles ist?!

Wer macht denn die Regeln, dass man sich nur temporär, oder bis zu einer bestimmten Grenze gut fühlen darf? Dass wir uns hin und wieder für harte Arbei belohnen dürfen, aber auf keinen Fall schon vorher oder einfach so?

Für viele bedeutet das Um-sich-selbst-kümmern, abends ein paar oder ein paar mehr Gläser Wein zu leeren, mal in die Sauna oder zur Kosmetikerin zu gehen -oder alle paar Monate Urlaub zu machen, um den Alltag zu kompensieren. Das reicht doch wohl, oder?

Wie wäre es mit NEIN? Mein Ansatz, Selbstliebe zu beschreiben:

1. Frage dich in jedem bewussten Moment: tut mir das gerade gut?
Ist das meine Entscheidung, oder will ich gerade etwas für jemand anders tun bzw. meinen Wert auf SEINE Seite steigern? Was ist das Motiv?

Selbstliebe bedeutet für mich nicht, mir ein paar Schuhe zu kaufen, weil mein Job mich langweilt

Es bedeutet, mir einen anderen Job zu „gönnen“ – eine neue und bessere Erfahrung zu erlauben, oder zumindest meine aktuelle Situation aktiv und selbstverantwortlich zu ändern.

2. Setze es um.

Und bevor es zu Missverständnissen kommt: Du sollst jetzt nicht sofort deinen Job kündigen, weil du lieber um die Welt reisen möchtest, deinen Partner/deine Partnerin verlassen, weil er/sie andere Vorstellungen hat, deine Kinder abgeben und auf die Bahamas fliegen.

Eins nach dem anderen und kleine Schritte:

In der Ruhe liegt die Kraft.

Nett, schon wieder so ein Spruch, denkst du vielleicht. Egal, entspanne dich und nimm es an. Es geht nicht darum, etwas übers Knie zu brechen, es geht darum, dass du dir BEWUSST machst, was dir gut tut. Was macht dir Spaß, gute Gefühle, was erfüllt dich?

Überfordern dich diese Fragen?

Dann fang langsam an. Was möchtest du frühstücken? Wie soll dein Tag aussehen?

Nein, den Besserwisser im Kopf, der dir sagt, dass es ja noch andere Personen in deinem Leben gibt, die das eventuell nicht möglich machen, brauchen wir gerade nicht.

Ist dir schonmal aufgefallen, dass dein Umfeld sich oft tadellos an deine Bedürfnisse anpassen kannst, sobald du einmal den Mut (die Selbstliebe!) aufbringen kannst und diese offen kommunizierst?

Vielleicht fühlt sich das egoistisch an. Ich kann doch nicht einfach sagen, was ich möchte und die Bedürfnisse der anderen total außer acht lassen! Wie ein kleines Kind, das „ich will, ich will, ich will“ schreit?

Babys fragen sich auch keine Sekunde, ob sie vielleicht etwas leiser schreien sollten, wenn sie Hunger haben.

Gottseidank müssen wir das nicht so lösen. Für uns reicht es, wenn wir wie ein Baby wieder lernen, unsere wahren Bedürfnisse zu spüren und sie dann liebevoll-bestimmt zu kommunizieren.

Ja, es ist Gewöhnungssache!

Übe dich in der kleinsten Kleinigkeit und eines Tages stehst du da und sagst: DAS hätte ich gerne und zwar genau So. Und dann wird sich dein Weg ebnen. Du, aber, darfst ihn auch beschreiten. Wir wissen ja mittlerweile, dass wir alleine für unser Leben und unser Glück verantwortlich sind.

Fazit:

Selbstliebe hat 1000 Facetten

und das darfst du dir bewusst machen, wenn du dir die dritte Handtasche in dieser Woche kaufst oder die 5. Flasche Jahrgangswein öffnest.

Tut es mir gut, weil ich es in diesem Moment möchte, oder kompensiere ich damit heimlich mal wieder etwas anderes?

Dennoch: Nur nicht zu kompliziert: klar können wir uns mal etwas mehr gönnen. Manchmal „schmeckt“ es einfach zu gut. Manchmal machen wir unvernünftige Dinge. Alles ok.

Bleib einfach nur bewusst – dein Körper und dein Leben werden es dir spiegeln.